Bakterien & Viren

In diesem Lexikon finden Sie die wichtigsten und häufigsten Krankheitserreger (Viren, Bakterien) kurz beschrieben.

 

Adenovirus

Das Adenovirus ist ein humanpathogenes Virus. Es verursacht unter anderem Atemwegsinfektionen (wie z. B. leichtere Erkältungskrankheiten bis zu Lungenentzündungen), Infektionen im Magen-Darmtrakt (Durchfälle etc.) und Entzündungen der Augenbindehaut bzw. Hornhaut (Keratokonjunctivitis epidemica).

 

Campylobacter spp.

Campylobacter sind spiralig gekrümmte Stäbchenbakterien. Sie kommen als natürliche Darmbewohner bei Tieren wie z. B. bei Geflügel, Schweinen, Rindern, Hunden und Katzen vor. Tiere erkranken nur selten, für den Menschen ist Campylobacter jedoch weltweit gesehen der wahrscheinlich häufigste bakterielle Durchfallserreger.

 

Escherichia coli

Es handelt sich um ein stäbchenförmiges Bakterium, welches zur physiologischen Darmflora bei Mensch und Tier gehört. E. coli dient als Indikatorkeim für fäkale Verunreinigung von Trink- und Badewasser sowie von Lebensmitteln. Das Bakterium kann außerhalb des Darmes Harnwegsinfektionen, Wundinfektionen oder Entzündungen im Bauchraum auslösen. Einige E. coli-Stämme sind in der Lage Gifte zu bilden, welche zu Durchfallserkrankungen etc. führen können (z. B. Reisedurchfall).

 

Hepatitis A-Virus

Das Hepatitis A-Virus führt zu einer akuten Entzündung der Leber. Hepatitis A wird nicht chronisch und heilt meist ohne ernstere Komplikationen aus. Das Virus ist sehr umweltstabil. Die Übertragung kann durch Schmutz- und Schmierinfektion sowie über Lebensmittel oder Wasser erfolgen.

 

Hepatitis B-Virus

Das einzige Reservoir für das Hepatitis B-Virus ist der Mensch. Den Virus findet man in Körperflüssigkeiten wie Blut, Samen- und Scheidensekret, Harn, Speichel oder Stuhl. Zu einer Übertragung kann es unter anderem durch Geschlechtsverkehr, Wunden oder Stichverletzungen mit einer blutigen Nadel etc. kommen. Die akute Leberentzündung heilt in ca. 80-90 % wieder aus. In ca. 10 % der Fälle wird Hepatitis B chronisch und kann in eine Leberzirrhose oder ein Leberzellkarzinom übergehen.

 

Hepatitis C-Virus

Das Hepatitis C-Virus verursacht eine akute Entzündung der Leber, welche in ca. 80 % chronisch verläuft. Es schädigt die Leber und kann zur Leberzirrhose oder zum Leberzellkarzinom führen. Die Übertragung erfolgt meist über Blut oder Blutprodukte, seltener über Geschlechtsverkehr. Gegen Hepatitis C gibt es bislang keine Impfung.

 

Herpes simplex-Virus

Man unterscheidet zwei Virustypen: Typ 1 führt zu Lippenherpes („Fieberbläschen“). Die Erstinfektion erfolgt fast immer im Kleinkindalter über Schmierinfektion. Typ 2 löst den Genitalherpes aus und wird meist durch Geschlechtsverkehr übertragen. Nach der Erstinfektion verbleiben die Viren lebenslang im Körper und „schlummern“ in den Nervenzellen. Sie können unter anderem durch Stress, ein geschwächtes Immunsystem oder intensive Sonnenbestrahlung etc. wieder reaktiviert werden. Für Neugeborene kann eine Infektion mit Herpes simplex-Viren lebensgefährlich werden.

 

HIV (Humanes Immundefekt Virus)

HIV löst die erworbene Immunschwächekrankheit AIDS (acquired immunodeficiency syndrome) aus. Eine Übertragung des Virus ist über erregerhältiges Blut, Samen- und Scheidenflüssigkeit sowie über Muttermilch möglich. Das Virus kann nicht durch normale soziale Kontakte (Hände schütteln, WC-Besuch…) übertragen werden. Von der Aufnahme des Erregers bis zum Auftreten erster Infektionszeichen können Monate bis mehrere Jahre vergehen.

 

Influenzavirus (Grippevirus)

Es gibt drei Typen des Influenzavirus (Typ A, B und C). Für den Menschen sind nur der Typ A und B gefährlich. Typ A kommt auch bei vielen Tieren vor (z. B. Schweine und Geflügel), Typ B gibt es nur beim Menschen. Die Grippeviren lösen eine sehr gefährliche und hochansteckende Erkrankung der Atemwege aus. Die Viren werden über Tröpfcheninfektion (Niesen, Sprechen…) oder häufig auch über direkten oder indirekten Kontakt wie z. B. Hände übertragen.

 

Legionellen

Legionellen sind stäbchenförmige Bakterien, die vor allem im Warmwasser gefährlich werden können. Das Einatmen von legionellenhaltigen Aerosolen (feinste Wassertröpfchen beim Duschen oder in Whirlpools etc. ) kann zu schweren Lungenentzündungen führen. Das Trinken von legionellenbelastetem Wasser verursacht normalerweise keine Erkrankung.

 

Norovirus

Das Norovirus ist ein umweltstabiles und sehr leicht übertragbares Virus. Es verursacht beim Menschen akutes Erbrechen und schwere Durchfälle. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich fäkal-oral über die Hände oder durch die virushältigen Aerosole beim Erbrechen. Auf Grund der leichten Übertragbarkeit kommt es immer wieder zu Epidemien in Gemeinschaftseinrichtungen (Schulen, Pflegeheimen, Krankenhäusern etc.).

 

Pseudomonas aeruginosa

Es handelt sich um ein stäbchenförmiges Bakterium, welches in feuchtem Milieu vorkommt. Man kann es beispielsweise in Waschbecken, Toiletten, Böden, Geschirrspülmaschinen, Medikamenten, Desinfektionsmittel etc. finden. In Kontakt mit Wasser kann das Bakterium einen Biofilm aufbauen (z. B. in Wasserleitungen). Pseudomonas aeruginosa ist ein sehr widerstandsfähiges Bakterium und wird zunehmend resistent gegen Antibiotika. Das Bakterium hat unter anderem eine große Bedeutung als „Krankenhauskeim“ und für die Wasser- bzw. Bäderhygiene.

 

Rotavirus

Das Rotavirus ist ein relativ umweltresistentes Virus. Es verursacht weltweit gesehen am häufigsten Brechdurchfälle bei Säuglingen und Kleinkindern bis zum zweiten Lebensjahr. Das Rotavirus kann sehr leicht durch Schmierinfektion über verschmutzte Hände oder Gegenstände sowie seltener über eine Tröpfcheninfektion übertragen werden. Seit 2006 gibt es in Österreich eine Schluckimpfung.

 

Salmonellen (Enteritis-Salmonellen)

Salmonellen sind stäbchenförmige Bakterien, die unter anderem in Eiern und Eiprodukten, Geflügel und Fleisch sowie in Tortencremen und Speiseeis vorkommen können. Häufig gelangen die Bakterien durch mangelnde Hygiene auf die Nahrungsmittel. Damit eine Infektion ausgelöst wird, muss eine hohe Menge an Erregern aufgenommen werden. Salmonellen können sich bei unsachgemäßer Lagerung von Lebensmitteln explosionsartig vermehren.

 

Staphylococcus aureus

S. aureus ist ein kugelförmiges Bakterium, welches – ohne krank zu machen – häufig Haut und Schleimhäute besiedelt. Unter, für das Bakterium, günstigen Bedingungen (z. B. in Wunden, in Nahrungsmitteln) oder durch ein geschwächtes Immunsystem etc. kann es praktisch überall Infektionen auslösen (Hautentzündungen, Wundeiterungen, Lungenentzündungen, Durchfälle, Sepsis etc.). S. aureus ist ein häufiger Erreger von sog. Krankenhausinfektionen, da das Bakterium sehr leicht über Hände des Personals oder Behandlungsutensilien etc. übertragen werden kann. Mittlerweile gibt es bereits viele multiresistente Stapyhlococcus aureus-Stämme, bei denen die Behandlungsmöglichkeit mit Antibiotika stark eingeschränkt ist.